Theaterexperte
  • M.A. in Literatur, California State University – Northridge
  • B. A. in Kreativem Schreiben, California State University – Northridge
Wade Bradford, M.A., ist ein preisgekrönter Dramatiker und Theaterregisseur.unser redaktioneller prozess Wade BradfordAktualisiert am 14. Januar 2020

Das Phantom der Oper ist ein Musical komponiert von Andrew Lloyd Webber, mit Texten von Charles Hart und Richard Stilgoe. Beyogen auf von Gaston Leroux Gothic-Roman, Phantom hält den Rekord als das am längsten laufende Musical am Broadway. Seit über zwanzig Jahren begeistert Webbers maskiertes Musical das Publikum mit seinen über 9000 Auftritten im West End, ganz zu schweigen von den unzähligen Tourneen, die die Phantom-Manie auf der ganzen Welt verbreitet haben.



Also, was macht Phantom So populär?

Das Phantom der Oper kombiniert Hightech-Bühnenkunst mit gutem altmodischem Melodram. Betrachten Sie einige der Elemente dieses Musicals:

  • Eine mitreißende Musikpartitur.
  • Kraftvolle, opernhafte Stimmen.
  • Scharf, Regie Harold Prince.
  • Eine Prise Ballett, choreographiert von Gillian Lynne.
  • Aufwändige Kostüme und Dutzende von schnellen Änderungen.
  • Und wenn alles andere nicht zu unterhalten ist: Werfen Sie einen fallenden Kronleuchter ein.

Warum hassen manche Leute Phantom ?

Immer wenn etwas immens erfolgreich ist, ist eine kritische Gegenreaktion zu erwarten. Meiner Beobachtung nach verachten viele, die es mit Musicals ernst meinen, einen Großteil von Webbers Werk und entscheiden sich stattdessen beispielsweise für die komplexeren Kompositionen von Stephen Sondheim . Manche mögen das argumentieren Das Phantom der Oper ist gefüllt mit Gimmicky-Effekten, flachen Charakteren und unterdurchschnittlichem Trillern.





So berechtigt diese Kritik auch sein mag, es gibt eine Komponente dieser Show, die das Geheimnis ihres phänomenalen Erfolgs bleibt. Die Show ist seit über zwei Jahrzehnten ein Hit, weil der Charakter des Phantoms ein hypnotisierender Antiheld ist.

Das Bad Boy-Image

Erster Schritt, um die Herzen des weiblichen Publikums zu erobern: Erschaffe einen mysteriösen Charakter mit einer dunklen Seite. Schritt zwei: Stellen Sie sicher, dass unter diesem gefährlichen Äußeren ein liebevolles Herz lauert, bereit zu blühen, wenn die richtige Frau vorbeikommt. Ein Charakter, der scheinbar kalt, gefühllos und sogar grausam ist, erfreut die Herzen von Romantiksüchtigen. Schauen Sie sich nur einige dieser vermeintlichen Idioten an, die sich in Traumboote verwandelt haben:



  • Das Biest aus Die Schöne und das Biest
  • Edward Cullen aus Dämmerung
  • Herr Darcy aus Stolz und Vorurteile

Der Charakter des Phantoms besitzt diese Eigenschaften – aber es gibt einige wichtige Unterschiede. Zum einen ermordet das Phantom zwei unschuldige Menschen. Er überschreitet eine moralische Grenze und lässt uns fragen – sollen wir ihn verachten oder bemitleiden? Außerdem sind die meisten romantischen Leads stereotyp attraktiv. Auch der Protagonist aus Die Schöne und das Biest war heimlich ein schöner Prinz. Nicht so beim Phantom. Er wirkt attraktiv, bis die Maske weggewischt wird und seine abscheuliche Deformation offenbart.

Musikgenie und Renaissancemensch

Als Kontrast zu seiner gewalttätigen Natur ist das Phantom ein meisterhafter Komponist von grüblerischen Balladen, die die junge Sängerin Christine Daae in den Bann ziehen können. Das Phantom ist nicht nur ein Musiker, sondern auch fast wie ein Pariser Batman. Er hat ein cooles Versteck, das er selbst gebaut hat. Er hat eine Fülle von Erfindungen geschaffen (einige davon tödlich). Außerdem ist er ein gewiefter Geschäftsmann (oder Erpresser), weil er ständig Zahlungsmitteilungen an die Opernleiter schickt. Wir können nur vermuten, dass er auch seine eigenen Kostüme entwirft. All dieses Talent lässt den Zuschauer fast seine mörderischen Verbrechen ignorieren.

Sensible Seele oder finsterer Stalker?

Jawohl, Das Phantom der Oper wurde als die eindringlichste Romanze aller Zeiten bezeichnet. Aber denken Sie darüber nach: Würden Sie wirklich wollen, dass jemand von Ihnen besessen wird, so wie das Phantom von Christine besessen wird? Vielleicht nicht. Heute nennen wir das Stalking. Da das Phantom jedoch tief im Inneren eine sensible Seele hat, wird ihm das Publikum trotz seines schurkischen Verhaltens letztendlich sympathisch.

Durch die Ausstellung erfahren wir, dass das Phantom in einer Karnevals-Freak-Show eingesperrt war. Wir erfahren auch, dass seine eigene Mutter ihn verachtete. Er besingt sein Äußeres: Dieses Gesicht, das der Mutter Angst und Abscheu einbrachte. Diese Details versetzen das Publikum in eine verzeihende Stimmung.

In der letzten Szene versucht das Phantom einen hinterhältigen Plan. Er droht, Christines hübschen Freund Raoul zu töten, es sei denn, sie beschließt, mit dem Phantom zu leben. Sein Plan geht jedoch nach hinten los. Christine singt, erbärmliches Wesen der Finsternis, was für ein Leben hast du gekannt. Gott gib mir Mut, dir zu zeigen, dass du nicht allein bist. Dann gibt sie dem Phantom einen langen, leidenschaftlichen Kuss.

Nach dem Knutschen wird das Phantom von der Erfahrung körperlicher Zuneigung überwältigt. Er empfindet eine selbstlose Liebe zu Christine und lässt die jungen Turteltauben frei. Seine Verwandlung unterscheidet sich von anderen Geschichten, die vom Kuss der wahren Liebe abhängen. In diesem Fall verwandelt sich der Beast-Archetyp nicht in einen hübschen Prinzen. Er erlebt jedoch ein moralisches Erwachen. Und dieser Moment, die Reaktion des Phantoms auf den Kuss, macht Das Phantom der Oper ein Klassiker.



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